Wort in der Krise | OSTERMONTAG | 13.04.2020

von | Wort in der Krise | 1 Kommentar

Zu zweit gehen

von Pfarrer Christian Albrecht

Das ist ja in diesen Zeiten fast eine Provokation: der sogenannte „Emmausgang“. So bezeichnen wir eine geistliche Übung in unserer Kirche. Im Evangelium von Ostermontag (Lukas 24, 13-35) wird die Geschichte erzählt, wie zwei Jünger nach dem Tod Jesu von Jerusalem davonlaufen. Sie haben nicht verstanden, was eigentlich passiert ist… oder vielleicht ist es besser zu sagen, sie brauchen einfach noch Zeit. Und Hilfe.

Sie sprechen unterwegs über ihr Leben, ihren Glauben.

Dann tritt Jesus hinzu. Ein Dritter im Bunde. Und sie kehren miteinander ein. Und sie essen miteinander. Und während sie das Brot brechen, so heißt es, „wurden ihnen die Augen aufgetan“.

Von dieser Erzählung leitet sich der Gang zu zweit durch die „geistliche“ Landschaft ab: Das geistliche Gespräch. Ein Gespräch, bei dem man sich bewusst Zeit nimmt, um über das Leben und die Gegenwart Gottes darin zu sprechen.

Zu zweit – weil der Dritte im Bunde dann hinzutritt. Als Bindeglied.

So gesehen dürfen wir, trotz der Kontaktverbote, beim gemeinsamen Spaziergang zu zweit sicher sein, dass Christus mitgeht. Wenn wir diese wertvolle Gesprächszeit nutzen. Nicht für Smalltalk, sondern für ein Gespräch darüber, was mein Leben eigentlich ausmacht.

 

Ein Vorschlag: Gehen Sie beim nächsten Spaziergang mit einem guten Gesprächspartner bewusst auf Abstand durch die „geistliche Landschaft“ Ihres Lebens. Und seien Sie versichert: Christus wird den Abstand zwischen Ihnen füllen, durch seine österliche Gegenwart!

In den Kommentaren können Sie gerne Ihre Gebetsanliegen (Fürbitten) oder Ihre Gedanken mit uns teilen. In Ihren Anliegen wird in den nichtöffentlichen Eucharistiefeier am jeweiligen Tag oder im Folgegottedienst gebetet. Hinweis für Ostermontag: Heute findet keine Eucharistiefeier statt.

1 Kommentar

  1. Joachim Rohrer

    Gen Emmaus im Eindruck des Todes

    trat Jesus hinzu voll des Lobes.

    Er erschloss ihnen Schrift,

    sie erkannten ihn nicht –

    erst später – beim Brechen des Brotes!

    Antworten

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