Kirchengemeinde St. Michael | Aichhalden

Erfahren Sie mehr über unsere katholische Kirchengemeinde

Unsere Kirchengemeinde St. Michael in Aichhalden

 

 

 

 

 

 

von Catarina Wetter

Die Gemeinde Aichhalden liegt im Übergangsbereich von Schwarzwald und Schwarzwaldvorebene auf einer Höhe von 680 – 729 m ü. NN. Im Westen ist sie umgeben von Wald, im Osten öffnet sich eine weite Fläche – steil fallen die Hänge am Ortsrand ab und machen den Ort so zum Tor in den Schwarzwald.

 

Streifzug durch die Geschichte

Die ganze Gegend wurde im 8. Jahrhundert von fränkischen Missionaren christianisiert. 1223 wird Aichhalden zum ersten Mal urkundlich erwähnt.

Da Aichhalden schon früh zur Herrschaft von Schramberg gehörte, ist seine Geschichte eng mit der Schrambergs verknüpft.

1353 wird erwähnt, dass Aichhalden neben Winzeln eine Tochterkirche (Filiale) von Waldmössingen war. Von 1397 bis 1509 war Waldmössingen wiederum ein Teil des Klosters Alpirsbach, das somit auch stark die Entwicklung Aichhaldens beeinflusste.

1737 wurde Aichhalden schließlich zur selbständigen Pfarrei erhoben.

Da die Lebensverhältnisse aufgrund der kargen Böden nicht sehr üppig waren und durch die Ansiedlung der Uhrenfabrikation in Schramberg, entwickelte sich Aichhalden in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu einer Arbeiterwohngemeinde.

Bei der Gemeindereform 1974 erfolgte der Zusammenschluss mit der überwiegend evangelisch geprägten Gemeinde Rötenberg. Schon deshalb ist die Ökumene ein wichtiger Bestandteil des kirchlichen Lebens in Aichhalden.

Die Einwohnerzahl von Aichhalden beträgt 2.661 Menschen, davon sind 1.805 katholisch. Rötenberg hat 1.386 Einwohner, wovon 199 Katholiken sind (Stand Okt. 2012).

Das Ortsgeschehen von Aichhalden wird aktiv von vielen Vereinen mitgeprägt.

Für die Kirchengemeinde setzt der Kirchengemeinderat viele Akzente und ist bemüht, hauptsächlich junge Familien, Kinder und Jugendliche anzusprechen. In zahlreichen Gruppen und Angeboten werden Glaube und kirchliches Leben spürbar.

Im Gemeindehaus „Haus der Begegnung – St. Martin“ kann man erleben, dass hier ein Ort für alle Generationen auch über das Kirchengemeindeleben hinaus geschaffen wurde.

Insbesondere im Bereich der organisierten Nachbarschaftshilfe, des Besuchsdienstes und der Haus- und Krankenpflege wird ein weiterer Schwerpunkt durch den Krankenpflegeförderverein unserer Kirchengemeinde deutlich.

Die Kirchengemeinde ist auch Träger des örtlichen katholischen Kinderhauses.

Die Pfarrkirche in Aichhalden

Der erste urkundlich erwähnte Kirchenbau datiert ins Jahr 1455 und war dem Erzengel Michael geweiht; er fiel allerdings im Jahr 1674 einem Brand zum Opfer. Eine zweite Kirche musste 1832 einem Neubau weichen; nur der alte Turm blieb stehen.

Da die Kirche inmitten des Ortskerns auf einer kleinen Kuppe liegt, ist sie das markante Wahrzeichen Aichhaldens. Dadurch überragt sie auch die gesamte übrige Bebauung.

Äußerlich hat sich an der Kirche wenig geändert im Lauf der Jahrzehnte. Neu sind nur der Anbau der Sakristei, ein Windfang am Südeingang und eine Rampe am Nordeingang, über den gehbehinderte Menschen und Familien mit Kindern im Wagen den Innenraum barrierefrei erreichen.

Treten wir ein, dann erwartet uns ein heller Raum, der seine Lichtfülle den hohen Rundbogenfenstern verdankt. In hellen Farben gehaltene Wände schaffen eine angenehme und erhebende Atmosphäre. Das war nicht zu allen Zeiten so. Ursprünglich waren die Wände mit dunklen Ornamenten geschmückt. Über dem Hochaltar und den beiden Seitenaltären erhoben sich filigrane neugotische Schnitzereien aus dunklem Holz. Das dunkle Kirchengestühl verstärkte den eher düsteren Eindruck des Kircheninneren.

Im Jahr 1959 wurde der Innenraum vollkommen neu gestaltet. Wände und Decke wurden mit hellen Farben bemalt. Die Altaraufbauten verschwanden und wurden durch schlichte Altäre aus hellem Marmor ersetzt. Über dem Hauptaltar entstand ein Gemälde im modernen Stil, die Darstellung des toten Jesus am Kreuz, dabei die Mutter Maria und der Apostel Johannes. Über den Seitenaltären sind seitdem Maria mit dem Kind und der heilige Josef als aus Holz geschnitzte Statuen zu sehen. Der naturbelassene Holzton und die einfache Linienführung der Gewänder verleihen den Figuren eine Anmut, die uns etwas ahnen lässt vom einfachen Leben und der Würde der Heiligen, die sie darstellen.

Erhalten blieben die Gemälde im Beuroner Stil, die heute als wertvolle Schätze der Sakralkunst gelten. Der Malermönch  Willibrord Verkade hat sie 1906 geschaffen: ein Christusbild an der Decke des Chorraums, Engel zwischen den Chorfenstern, den Erzengel Gabriel und den Patron der Kirchengemeinde, Erzengel Michael, an der Front des Kirchenschiffs sowie die Bilder bedeutender Heiliger an den Seitenwänden des Schiffs.

Renovierung in den 80ger-Jahren

Bei der Renovierung 1983 wurde der Chorraum grundlegend verändert. Der vorkonziliare Hochaltar und der hölzerne Behelfsaltar verschwanden. Die neuen liturgischen Orte Altar, Tabernakel, Taufstein und Ambo wurden aus rotem Stein neu geschaffen.

Neugestaltung im Jahre 2011

Der Sandsteinbau der Kirche machte im Jahr 2011 eine weitere Renovierung erforderlich. Im Zuge dieser Erneuerung wurde unter der Empore ein neuer liturgischer Raum geschaffen, der für Gottesdienste im kleineren Rahmen wie Tauffeiern, Andachten und Rosenkranzgebete bestimmt ist.  Auf der Südseite steht der gekreuzigte und auferstandene Herr Jesus Christus im Mittelpunkt der in Rot und Gelb gehaltenen Darstellung. Die Nordseite ist der Gottesmutter Maria gewidmet. Die Pieta, welche bis dahin eher ein Schattendasein führte, wurde in die in Blautönen gehaltene Glaswand integriert und kommt so zu neuer Geltung, die ihrem künstlerischen Wert viel besser entspricht.

Text: Karl Weißer

Kapellen und Bildstöcke

Die Marienkapelle der Familie Storz („Schiraburakäppele“)

 

Zwischen Heiligenbronn und Aichhalden auf freier Flur im „Weiher“ gelegen, lädt diese relativ neue Kapelle zu Besuch und Gebet ein.

Eine erhörte Fürbitte hat dazu geführt, dass die Eheleute Gabriele und Josef Storz den Bau einer Kapelle zu Ehren der Muttergottes begannen.

In einer familiären Angelegenheit fühlten sich die „Storzes“ am 8. Dezember 1956, dem Fest „Mariä Erwählung“, erhört und bald darauf wurde mit dem Bau begonnen.

Am 15. August 1959 (Hochfest „Mariä Himmelfahrt“) fand die Weihe der Kapelle statt, die Pater Alkuin Fehrenbacher vollzog. Das Patrozinium lautet: „Maria, Königin des Friedens“.

Im Jahr 2000 wurden Dach und Vordach erneuert, 2002 nahm die Kolpingfamilie Ausbesserungen an Putz und Farbe vor und 2004 schließlich bekam das Gotteshaus neue Fliesen und Bänke.

Bis heute wird die Glocke im Turm dreimal täglich geläutet. Diesen Dienst und die Pflege der schmucken Kapelle haben die Nachfahren der Stifter übernommen: Die Familie Storz, auf deren Grund die Andachtsstätte steht.

Pfarrlich gehört die Marienkapelle zu Aichhalden, da sie im Gewann „Weiher“ liegt – wegen der örtlichen Nähe zu Heiligenbronn wird sie aber auch von dort aus gerne besucht.

So erinnert auch diese Stätte an den Glauben unserer Vorfahren und bindet uns heute in die Geschichte Gottes mit seinen Menschen ein.

 

Die Lourdesgrotte im Aichhalder Loch

 

Im sogenannten “Aichhalder Loch” findet sich ein Kleinod der örtlichen Kulturgeschichte: die Lourdesgrotte, die an die Marienerscheinungen im kleinen französischen Wallfahrtort Lourdes erinnert, den heute jährlich 5 Millionen Menschen besuchen.

Im ausgehenden 19. Jahrhundert erreichte die Faszination für das Geschehen in “Lourdes” einen Höhepunkt in der hiesigen Volksfrömmigkeit.

Aus dieser Zeit stammt auch die im Wald gelegene Aichhalder Lourdesgrotte. Sie wurde 1897 von der damaligen  “Herz-Jesu-Bruderschaft” errichtet. Ihre Besonderheiten sind die Kennzeichnung durch ein Schild und der filigrane Glockenturm, der das Ensemble ergänzt.

Auch heute noch künden die regelmäßig hier aufgestellten Kerzen und Blumen davon, wie Menschen diesen Ort als Ort der Gottesbegegnung und des Gebetes schätzen. Die drei Sitzbänke laden vor allem an heißen Sommertagen zu einem Moment der Ruhe ein.

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