Wort in der Krise | 7. April 2020

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Verraten     für Silbergeld

von Gemeindereferentin Catarina Wetter

Warum? Warum hat Judas das getan? Er, der zum Zwölferkreis gehört. Er, der die Kasse der Jünger verwaltet hat. Er, der zu den engsten Vertrauten Jesu zählt. Was ist aus ihm geworden? War seine Enttäuschung über Jesu Friedfertigkeit so groß?

Judas hat Jesus, seine Worte und Taten hautnah miterlebt, hat den Anbruch dieser neuen Zeit erfahren, wird selbst Zeuge dieses Reiches Gottes. Und jetzt? 30 Silberstücke sollen sie ihm gegeben haben. Eine Menge Geld.

Damals hätte man sich dafür einen Esel kaufen können. Heute wären es etwa 10 000 €, für die man einen neuen Kleinwagen bekommt.

Was für ein Irrtum! Zu glauben, alles wäre zu kaufen und mit Geld zu machen. Und doch: Mit Geld werden Entscheidungen beeinflusst und Menschen „gekauft“.

Was opfern und verraten wir alles wegen ein paar Silberlinge?

Verraten auch wir unsere Ziele, des lieben Geldes wegen? Verraten auch wir Freundschaft,…?

Wofür steht für uns Geld? Macht, Leistung, Ehre, Würde, Anerkennung, …?

Den kaufen wir uns! Was bedeutet das denn? Der ist dran, der kann was erleben, den lassen wir auffliegen, dem zahlen wir es heim…

Verleugnet    hinter einer Maske versteckt

Das Signal ertönt. Der Hahnenschrei zeigt Petrus an: „Auf frischer Tat ertappt.“ Dabei erwischt, wie er Jesus verleugnet. Nicht nur einmal, auch nicht zweimal, sondern gleich dreimal.

Noch vor kurzem groß getönt: „Mein Leben will ich für dich hingeben“. Auch sonst einer, der keine Scheu hat, groß und mutig daher zu reden. Aus dem Kreis der Jünger herausragt. Und jetzt, Petrus? Einer, der seine Angst hinter  einer Maske versteckt.

Ängste  verstecken hinter vorgespielter Stärke?

Fehler vertuschen hinter Schönfärberei und Ablenkungsmanövern?

Traurigkeit oder persönliche Verletzung  überspielen durch  aufgesetztes Lächeln oder einstudierte Freundlichkeit?

Persönlichen Sorgen und Probleme verbergen, verdrängen, verschweigen, betäuben?

Jesus, immer wieder verfallen wir dem Mammon. Geld und Macht üben eine faszinierende Kraft auf uns aus. Tagtäglich gehen wir mit Geld um. Wir kaufen ein und bezahlen. Aber wir sind uns über die Macht des Geldes nur selten bewusst. Geld entscheidet nur allzu oft über Leben und Tod.

Oft verstecken auch wir uns hinter einer Maske. Zu oft auch hinter der Maske der Nächstenliebe und hoffen auf Anerkennung und Lob, handeln eigennützig und verfolgen unsere eigenen Ziele.

Herr schenke uns einen klaren Blick, dass wir zu unseren Fehlern stehen und somit auf deine Gnade und dein Erbarmen bauen können.

 Amen.

In den Kommentaren können Sie gerne Ihre Gebetsanliegen (Fürbitten) oder Ihre Gedanken mit uns teilen. In Ihren Anliegen wird in den nichtöffentlichen Eucharistiefeier am jeweiligen Tag oder im Folgegottedienst gebetet.

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