Sonntagswort | 5. Fastensonntag (Passionssonntag) | 03.04.2022

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Video-Livestream

Die Übertragung der Messe vom 5. Fastensonntag C (Passionssonntag) beginnt am 03.04.2022 um 10.15 Uhr (Messbeginn um 10.30 Uhr). Zelebrant ist Pfarrer i.R. Richard Schitterer

HINWEIS ZU DEN GESÄNGEN: Einzelne Lieder aus dem Liedplan werden auch im Gottesdienst von der Gemeinde mitgesungen. Sie finden die Liedpläne im unten beigefügten Dokument oder Sie orientieren sich an den Liedanzeigen im Livestreamvideo.

LIVESTREAM | Liederordnung, gültig vom 13.02.2022 bis 06.08.2022 (848 kB)

Von Steinewerfern und Schuldfragen

Predigtgespräch des Teams von „FAMGo“ (Für-Alle-Menschen-Gottesdienst) für die heutige Messfeier in Aichhalden

 

  • Sprecher*in 1: Habt ihr das Evangelium gehört? Ich hätte mir auch einen großen Stein geholt und hätte mitgeworfen. So etwas tut man einfach nicht. Ich finde, die Frau hat einen großen Fehler gemacht und war schuldig.
  • Sprecher*in 2: Kennst du nicht das Sprichwort: wer mit einem Finger auf andere zeigt, zeigt automatisch mit drei Fingern auf sich selbst?
  • Sprecher*in 1: Wie bitte? Schuld hat man doch niemals selbst! Schuld haben immer nur die anderen.
  • Sprecher*in 3: Kommt euch das bekannt vor?
  • Sprecher*in 2: Seit Beginn der Menschheitsgeschichte hat sich an dieser Aussage nichts geändert. Wenn man Menschen am Rande der Gesellschaft über den Grund ihres Scheiterns fragt, erfährt man viele Ursachen:
  • Sprecher*in 3: „Die Frau hat mich in den Ruin getrieben, der Alkohol, die Drogen sind schuld, ein Burnout macht mich arbeitsunfähig, meine Mutter, mein Vater haben sich nicht um mich gekümmert, meine Freunde haben mich verführt.“ Viele Ursachen werden genannt.
  • Sprecher*in 2: Aber diesen einen Satz: „Ich bin schuld“ hört man vermutlich nur dann, wenn man unmittelbar auf frischer Tat ertappt wird. Aber selbst da noch, reden einem Therapeuten und Psychologen ein, dass man eigentlich gar nicht schuld ist. Man war vermutlich nur zum falschen Zeitpunkt am falschen Ort.
  • Sprecher*in 3: Wer glaubt, dass uns die Bibel verstaubte Themen liefert, irrt sich gewaltig. Ehebruch ist nicht nur ein Thema der Antike. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass keine andere seelische Verletzung so schwerwiegend empfunden wird, wie der Treuebruch eines Partners.
  • Sprecher*in 2: Meist hat auch kein anderer Konflikt zwischen Menschen so weitreichende seelische und wirtschaftliche Folgen wie eine Ehescheidung.
  • Sprecher*in 1: Und wie reagiert Jesus jetzt?
  • Sprecher*in 3: Jesus schreibt nur in den Sand und bleibt ruhig.
  • Sprecher*in 1: Und warum schreibt er da was in den Sand?
  • Sprecher*in 2: Weil es nicht für immer und ewig in Stein gemeißelt ist.
  • Sprecher*in 1: Ja, aber die Frau hat doch gesündigt! Warum bleibt er dann so ruhig? Warum verurteilt er sie nicht? Das wollten doch die Pharisäer hören, dass er etwas dazu sagt.
  • Sprecher*in 3: Jesus lässt sich nicht instrumentalisieren. Er geht seinen Weg. Sein Weg ist das Verzeihen und die Barmherzigkeit.
  • Sprecher*in 1: ja, aber sie hat doch gesündigt, da müsste doch eine Strafe erfolgen. Darf denn jeder machen, was er will? Wenn doch etwas gemacht wird, muss es einen Schuldigen geben, der auch bestraft wird.
  • Sprecher*in 2: Jesus zeigt durch die ruhige Ausstrahlung seine Autorität. Er steht auf und lässt sich nicht in die Ecke drängen. Er weist auch die Pharisäer nicht zurecht.
  • Sprecher*in 1: Und was hat er nochmal gesagt?
  • Sprecher*in 3: Hättest du halt aufgepasst, das war ein ganz wichtiger Satz: Wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein.
  • Sprecher*in 1: Aha. Damit kann ich nichts anfangen. Das war doch schon vor 2000 Jahren.
  • Sprecher*in 2: Du kennst doch auch den Spruch: jeder soll vor seiner eigenen Haustüre kehren, oder wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen.
  • Sprecher*in 1: Ja, das hab ich schon mal gehört und fand es gar nicht so schlecht.
  • Sprecher*in 3: Jesus hat die Pharisäer an einem empfindlichen Punkt getroffen. Wenn wir ganz ehrlich sind, ist keiner von uns ohne Sünde.
  • Sprecher*in 1: Das ist eine starke Aussage und ich würde auch auf keinen Fall gesteinigt werden wollen. Und schließlich haben die anderen bestimmt nur eine Seite gehört. Es ist immer wichtig, sich alle Seiten anzuhören.
  • Sprecher*in 2: Und man sollte niemals über jemanden urteilen.
  • Sprecher*in 3: Auch ein Richter, der eine Rechtsprechung durchführt, muss sich alle Seiten anhören, sonst kann er kein Urteil fällen. Und man sollte immer ohne Vorurteil jemandem begegnen.
  • Sprecher*in 1: Stimmt.
  • Sprecher*in 2: Er sagt dann noch: sündige von jetzt an nicht mehr, ich verurteile dich nicht.
  • Sprecher*in 3: Die Frau hat ihre Würde wieder erhalten. Sie sagte: du verurteilst nicht meine Sünde und meine Schuld, sondern du machst mich frei davon.
  • Sprecher*in 1: Da hat er schon sehr stark gehandelt.
  • Sprecher*in 2: Und jeder einzelne von uns könnte sich doch auch so verhalten.
  • Sprecher*in 3: Dann wäre doch bestimmt vieles auf der Welt besser.
In den Kommentaren können Sie gerne Ihre Gebetsanliegen (Fürbitten) oder Ihre Gedanken mit uns teilen. In Ihren Anliegen wird in den Eucharistiefeier am jeweiligen Tag oder im Folgegottedienst gebetet.

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