Sonntagswort | 5. Fastensonntag | 21.03.2021

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  • Die Übertragung der Sonntagsmesse als Gottesdienst für die Erstkommunionfamilien beginnt am 21.03.2021 um 10.15 Uhr (Messbeginn um 10.30 Uhr). Musikalische Gestaltung: Gesangs-Quartett mit Mirjam Hettich, Emanuel Penalver, Stefanie u. Peter Flaig. Zelebrant ist Pfarrer Christian Albrecht gemeinsam mit Gemeindereferentin Catarina Wetter

HINWEIS ZU DEN GESÄNGEN: Das Liedprogramm in diesem Gottesdienst ist besonders gestaltet. Ein Mitsingen im Gotteslob ist nicht möglich. 

Weizenkorn

von Gemeindereferentin Catarina Wetter

Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein, wenn es aber stirbt, bringt es viel Frucht. (Joh 12, 24)

In meiner Hand liegt ein Weizenkorn.

Das kleine Weizenkorn ist hart, steinhart sogar. Die Schale schützt und verschließt das Innere des Korns. Wenn es so bleibt, dann geschieht nichts. Das Korn bleibt allein, es wird nicht leben. Das Weizenkorn ist verschlossen, abgeschlossen und man ahnt kaum, was alles in diesem Korn steckt. Der ganze Bauplan für eine Ähre ist schon in ihm angelegt. Eine rauhe Schale, ein lebendiger Kern!

Wenn das Korn in die Erde gelegt wird, wenn es Nässe und Dunkelheit erträgt, wenn die Schale gesprengt wird, wenn das Korn scheinbar abstirbt, dann beginnt es zu wachsen, dann keimt es und fängt an zu leben.

Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein, wenn es aber stirbt, bringt es viel Frucht. (Joh 12, 24)

Wie ist das in meinem Leben? Bin ich bereit ein Stück von mir herzugeben, bereit, mich verändern zu lassen, Vertrautes loszulassen, Abschied zu nehmen?

Ich merke, wie mir das Angst macht: Was wird aus mir werden, wenn ich mich verändere? Was wird geschehen, wenn ich mich öffne, mich der Dunkelheit aussetze, wenn ich etwas von mir abgebe, sterben lasse? Wird es schmerzen, wenn die Schale gesprengt wird?

Was ist es bei mir, das sterben muss? Vielleicht mein Stolz, meine Einbildung, ohne mich liefe nichts, ich wäre unersetzlich? Das Vertrauen auf meine eigene Kraft, die Angst vor der Schwäche, vor den leeren Händen? Ohne Wandlung – kein Leben. Ohne Sterben, Abschiednehmen – kein Wachstum.

Immer noch bestimmt das Corona Virus unser Leben radikal. Jeden Tag erreichen uns neue Nachrichten. Was kommt noch alles auf uns zu? Ein Ende ist noch nicht abzusehen.

Wie verletzlich und fragil unser Leben seit der Pandemie doch geworden ist. So vieles verändert sich. Die Ungewissheit macht Angst, ich möchte doch am liebsten, das alles so bleibt, wie ich es kenne und mag.

Aber Leben ist immer auch Wandlung und Veränderung, es bleibt nicht stehen. Durch Krisen werden wichtige Verwandlungs- und Veränderungsprozess angestoßen. Abschiede von Vertrautem sind nötig, auch manche Durststrecke, manche Dunkelheit muss ausgehalten werden.

Wenn Jesus sagt: „Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein; wenn es aber stirbt, bringt es viel Frucht.“ spricht er von sich selbst, von dem Tod, der ihm bevorsteht – und von dem neuen Leben, zu dem Gott ihn erwecken wird. Denn Gott wird durch ihn zeigen: er schafft Leben, selbst dort, wo es eigentlich gar nicht mehr geht.

Gott ist bei uns, selbst dann, wenn alles trostlos erscheint. Er gibt uns die Kraft, Frucht zu bringen, Gutes zu bewirken. Darauf will ich vertrauen.

In den Kommentaren können Sie gerne Ihre Gebetsanliegen (Fürbitten) oder Ihre Gedanken mit uns teilen. In Ihren Anliegen wird in den Eucharistiefeier am jeweiligen Tag oder im Folgegottedienst gebetet.

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