Sonntagswort | 2. Fastensonntag C | 13.03.2022

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Video-Livestream

Die Übertragung der Messe vom 2. Fastensonntag C beginnt am 13.03.2022 um 10.15 Uhr (Messbeginn um 10.15 Uhr). Zelebrant ist Pfarrer Christian Albrecht.

HINWEIS ZU DEN GESÄNGEN: Einzelne Lieder aus dem Liedplan werden auch im Gottesdienst von der Gemeinde mitgesungen. Sie finden die Liedpläne im unten beigefügten Dokument oder Sie orientieren sich an den Liedanzeigen im Livestreamvideo.

LIVESTREAM | Liederordnung, gültig vom 13.02.2022 bis 06.08.2022 (848 kB)

Das Offenbarwerden der Herrlichkeit Gottes

 

Auszugsweise wiedergegeben aus: LITURGIE: Das Offenbarwerden der Herrlichkeit Gottes | Tagespost vom 06.09.2020

 

Diese Herrlichkeit ist unendlich mehr als ein bloß ästhetisches Erlebnis, als welches man etwa die Verklärung auf dem Berge Tabor missverstehen könnte, wo seine Kleider weiß wurden wie Schnee. Es geht vielmehr um ein Offenbarwerden der absoluten Güte, Vollkommenheit und Wertfülle Gottes.

 

In seinem Buch „Moralische Grundbegriffe“ plädiert Robert Spaemann dafür, den Blick für uneingeschränkt gute Handlungen zu schärfen, die uns im Alltag begegnen. „Ich denke an so einfache Dinge wie an den jungen Mann, den ich nach einem Weg frage, der schwer zu finden ist. Er unterbricht sein Vorhaben und geht fünf Minuten mit mir, um mir den Weg zu zeigen. Es ist eine Kleinigkeit, nicht der Rede wert, aber es ist ohne Einschränkung schön. Und jede solche Handlung rechtfertigt die Existenz der Welt“ (S. 94).

 

Wenn Spaemann eine solche Handlung „schön“ nennt, schließt er sich dem Sprachgebrauch Platons an. Damit sind Handlungen gemeint, die in sich moralisch gut und wertvoll sind. Das moralisch Gute ist das in sich Wertvolle, das sich von dem unterscheidet, was bloß „gut“ im funktionellen Sinn zur Erreichung eines bestimmten Zwecks genannt wird, so wie man von einem guten Kaufmann spricht, der durch gutes Marketing seinen Gewinn steigert. Solches Marketing kann mitunter zu einem hässlichen Geschäft werden. Seit Platon gibt es diese Unterscheidung zwischen dem kalón, dem in sich Guten und Schönen, und dem agathón, dem Für-mich-Guten und Zuträglichen.

 

Das Gute ist das in sich Wertvolle

 

Für moderne Ohren gewöhnungsbedürftig ist nun die Aussage Spaemanns, dass solche Handlungen kraft ihrer Schönheit die Existenz der Welt rechtfertigen. Der Rechtfertigung bedarf die Welt wegen der Hässlichkeit all der Verbrechen und moralischen Verkommenheit, die in ihr vorkommen.

 

In einer Weltsicht, die sich nicht mit einem bloß deistischen Gottesbild begnügt, sondern mit einem sich für seine Schöpfung brennend interessierenden Gott, wie ihn die Bibel kennt, ernst macht, verwandelt sich dieser ideale Rechtfertigungszusammenhang in ein reales Rettungsverhältnis. Deshalb gibt es einen tiefen Sinn, in dem die Aussage Dostojewskis wahr ist, dass die Schönheit die Welt retten wird. Wir sehen es in der Geschichte Abrahams, der Sodom vor dem Strafgericht Gottes retten will. Er verweist auf die Gerechten, die in Sodom leben, und Gott versichert, die Stadt zu verschonen, wenn er nur zehn Gerechte in ihr finden würde (Gen 18,32).

 

Die Schöpfung und ihr Fortbestand verdankt sich allein Gott

 

Wenn Gott als der schlechthin Gute existiert, der sich diese Welt als ihr Schöpfer ausgedacht hat, dann hängt ihre Existenz nicht von den physikalischen Zweitursachen ab, nicht von Urknall, Weltall oder Klima, sondern allein davon, ob sie Ihm gefällt. Der Anteil des Schönen in ihr ist existenzentscheidend. […]

 

Dostojewski hat Recht, wenn er die Schönheit, von der er die Rettung der Welt erwartet, mit Christus identifiziert. Der biblische Ausdruck für diese rettende Schönheit ist „Herrlichkeit“, „Gloria“, „doxa“. Jesus offenbarte seine Herrlichkeit. Den Anfang machte er mit dem Wunder von Kana (Joh 2, 11). Die ganze Augenzeugenschaft der Apostel fasst Johannes in den Satz zusammen: „Wir haben seine Herrlichkeit geschaut, eine Herrlichkeit als des Eingeborenen vom Vater, voll der Gnade und Wahrheit“ (Joh 1, 14).

 

Diese Herrlichkeit ist unendlich mehr als ein bloß ästhetisches Erlebnis, als welches man etwa die Verklärung auf dem Berge Tabor missverstehen könnte, wo seine Kleider weiß wurden wie Schnee. Es geht vielmehr um ein Offenbarwerden der absoluten Güte, Vollkommenheit und Wertfülle Gottes. Christus ist der Retter, und seine Rettungsaktion besteht in der Offenbarung und Betätigung seiner Herrlichkeit. Diese Herrlichkeit bedeutet für uns Leben, denn in Jesus ist uns das Leben erschienen (1 Joh 1, 2). Sie ist rettende und verwandelnde Liebe.

In den Kommentaren können Sie gerne Ihre Gebetsanliegen (Fürbitten) oder Ihre Gedanken mit uns teilen. In Ihren Anliegen wird in den Eucharistiefeier am jeweiligen Tag oder im Folgegottedienst gebetet.

1 Kommentar

  1. Armbruster

    Du Gott des Friedens

    Schenke allen Diplomaten ein sanftes Fingerspitzengefühl für die Lage, gute Worte und wache Ohren. Lass die Kriegstreiber umdenken,bewege ihre Herzen und den Verstand.
    Lass die Menschen hoffen und schenke ihnen dazu Zeichen,damit sie nicht verzweifeln.
    Schenke uns Menschen im brüchig gewordenen Frieden den Frieden im kleinen, in unseren Herzen,in unserer Umgebung

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