Wort in der Krise | 24. März 2020

von | Wort in der Krise | 3 Kommentare

Tagesevangelium Johannes 5, 1-9

Es war ein Fest der Juden, und Jesus ging hinauf nach Jerusalem. In Jerusalem gibt es beim Schaftor einen Teich, zu dem fünf Säulenhallen gehören; dieser Teich heißt auf hebräisch Betesda. In diesen Hallen lagen viele Kranke, darunter Blinde, Lahme und Verkrüppelte. Dort lag auch ein Mann, der schon achtunddreißig Jahre krank war. Als Jesus ihn dort liegen sah und erkannte, dass er schon lange krank war, fragte er ihn: Willst du gesund werden? Der Kranke antwortete ihm: Herr, ich habe keinen Menschen, der mich, sobald das Wasser aufwallt, in den Teich trägt. Während ich mich hinschleppe, steigt schon ein anderer vor mir hinein. Da sagte Jesus zu ihm: Steh auf, nimm deine Bahre und geh! Sofort wurde der Mann gesund, nahm seine Bahre und ging.

Steh auf!

von Konrad Gießibl

Eine sonderbare Atmosphäre können wir in diesen schweren Tagen spüren: Eine diffuse Angst, was die nächsten Tagen bringen werden, eine seltsame Stille, die sich wie ein Schleier auf Straßen und Plätze senkt und uns beunruhigt.

In dieser Situation nun hören wir das heutige Tagesevangelium von der Begegnung Jesu mit dem Gelähmten am Teich Betesda: Der Herr sieht den Kranken, er geht zu ihm hin, weiß um dessen Ohnmacht und tiefe Sehnsucht nach Heilung. Und Er fragt ihn ganz direkt: Willst du gesund werden? Jesus bringt auf den Punkt, wonach sich der Gelähmte sehnt, und Er sagt zu ihm: Steh auf, nimm deine Bahre und geh!

Bei allem Bedrohlichen und Lähmenden in diesen Tagen können wir spüren, wie uns die Begegnung mit dem Herrn und Seinem Wort wieder aufatmen lässt und aufrichtet.

Gottes Nähe schenkt uns einen neuen Blick auf die Welt und lässt uns dankbar sein:

Für das Geschenk des Lebens, für unsere Gesundheit, für die Politiker, die zur Zeit wichtige Entscheidungen treffen, aber auch für alle Menschen, die sich für andere einsetzen und dort mithelfen, wo sie gebraucht werden.

Gott wendet sich uns zu, Er fragt nach, was wir tief im Inneren ersehnen, und sagt jeder und jedem von uns: Steh auf!

In den Kommentaren können Sie gerne Ihre Gebetsanliegen (Fürbitten) oder Ihre Gedanken mit uns teilen. In Ihren Anliegen wird in den nichtöffentlichen Eucharistiefeier am jeweiligen Tag oder im Folgegottedienst gebetet.

3 Kommentare

  1. Annette Gaymann

    Fürbitte; Herr Jesus Christus, sei du allen Trauernden nahe, schenke Ihnen Trost aus dem Glauben an die Auferstehung.

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  2. BL

    Jesus heilt nicht einfach den Kranken am Teich Betesda. Er fragt ihn zuerst, ob er gesund werden möchte. Der Kranke jammert und erklärt Jesus warum er nicht gesund werden kann. Doch Jesus macht ihm Mut zum Aufstehen und das hinter sich zu lassen, was ihn am Gesundwerden hindert. Gilt das nicht auch für uns? Im Vertrauen auf Jesus aufstehen und neue Wege gehen!
    Ein neuer Tag. Neue Herausforderungen, erneutes Bitten und Flehen aber auch von Herzen Loben und Danken!
    Steh auf!
    Gottes Segen begleite uns.

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  3. Kommentator

    Heute Abend um 19.00 Uhr werde ich in Heiligenbronn Eucharistie feiern. Besonders ins Gebet will ich die vielen zu Pflegenden einschließen, deren osteuropäische Pflegekräfte nicht mehr zum Dienst kommen können. Die Belastungen für die Angehörigen werden steigen, die Plätze in den Pflegeeinrichtungen sind rar…

    Pfarrer Christian Albrecht

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